Das Zooviertel in Hannover gehört zum Stadtbezirk Mitte. Knapp 5.000 Menschen leben hier. Der Stadtteil ist von wunderschönen Altbauten, herrschaftlichen Gründerzeitvillen und ein paar Immobilien jüngeren Jahrgangs geprägt. Er umfasst den gesamten nördlichen Teil der Eilenriede. Deshalb liegt auch der Lister Turm nicht etwa, wie man erwarten könnte, in der List, sondern im Zooviertel. Der Erlebniszoo Hannover allerdings befindet sich tatsächlich dort, wo der Name es vermuten lässt.
Nirgendwo in Hannover lässt es sich exklusiver leben als im Zooviertel. Die Anwohner schätzen die Ruhe, gehobene Wohnqualität und die Nähe zur Innenstadt. Die Eilenriede erfreut besonders Jogger und Spaziergänger. Das waren die guten Nachrichten.
Da die eben genannten Vorzüge des Stadtteils viele Menschen begeistern, kommen im Zooviertel statistisch betrachtet 250 Wohnungssuchende auf ein inseriertes Objekt. Dies treibt auch die Immobilienpreise in der Gegend nach oben. Wer in Hannovers Top-Lage leben will, muss also etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Kaufpreise von Immobilien im Zooviertel legten von 2007 bis 2017 um 89 Prozent zu. Wo der Quadratmeterpreis damals bei durchschnittlich 1.767 Euro lag, sind heute 3.339 Euro üblich. Klingt übel? Das kommt auf die Perspektive an. Verkäufer können
ihre Immobilie zu einem sehr guten Preis verkaufen. Vermieter dürften kaum Leerstand in ihren Objekten haben.
Fast die Hälfte der Zooviertel-Anwohner ist zwischen 30 und 60 Jahren alt. Geringverdiener sind, was wenig überraschend ist, nicht unter ihnen. Die Statistik verrät, dass 88 Prozent mehr als 3.600 Euro monatlich verdienen. Im Stadtteil sind zwei Gymnasien, nämlich die Sophienschule und das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium, ansässig. Am Emmichplatz befindet sich der
Hauptsitz der Hochschule für Musik und Theater. Seinen Cappuccino trinkt man im Zooviertel gern im Stromboli in der Seelhorststraße. Schräg gegenüber, im Vienna, gibt es das beste Wiener Schnitzel der Stadt. Inhaber Roman Würcher kennt das Originalrezept. Er stammt nämlich gebürtig aus Villach in Österreich. Tipp: Unbedingt etwas Platz für das Dessert lassen! Der Kaiserschmarrn ist ein Gedicht. Ehrlich. Für Fans der ganz gehobenen Küche ist das Hindenburg Klassik in der Gneisenaustraße die richtige Anlaufstelle.
 Apropos Hindenburg. Der Gute lebte von 1919 bis 1925 im Zooviertel. Deshalb wird der Stadtteil bis heute auch Hindenburgviertel genannt. Die Stadt Hannover hatte Paul von Hindenburg zum Ehrenbürger ernannt und ihm eine Villa geschenkt. Diese Großzügigkeit ist übrigens nicht mehr üblich. Heute erhalten Ehrenbürger eine einfache Urkunde. Aber zurück zur Villa des früheren Reichspräsidenten: Diese befindet sich in der Bristoler Straße 6 und steht heute unter Denkmalschutz. Eine Büste im Garten erinnert an die einst dort wohnhafte Polit-Prominenz. Auch in jüngerer Vergangenheit war das Zooviertel immer wieder Anziehungspunkt für bekannte Persönlichkeiten. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine damalige Ehefrau Doris Schröder-Köpf bewohnten von 2002 bis 2009 ein schmuckes Häuschen in der Plathnerstraße. Hier empfing Schröder Gäste aus aller Welt, darunter Russlands Präsident Putin, den ehemaligen französischen Präsidenten Chirac und Englands früheren Premier Blair. Die Ankunft Familie Schröders sorgte übrigens für einen medienwirksamen Streit zwischen den Neuankömmlingen und Anke Kasper, der Chefin des Edeka-Marktes in der Plathnerstraße. Aus Sicherheitsgründen wurden nämlich prompt alle Parkplätze vor ihrem Geschäft gesperrt. Frau Kasper zog vor Gericht und man fand einen Kompromiss. Die Supermakt-Besitzerin bewertete den Rummel um den Parkplatz-Zoff als ziemlich übertrieben. Mit Familie Schröder habe sie wenig zu tun, sie kaufe nämlich selten in ihrem Geschäft ein. „Die fahren lieber zu HL“, sagte sie in einem Interview. Tja, HL gibt’s nicht mehr. Edeka Kasper sehr wohl.
Eine weitere kleine Sensation ereignete sich im April 2016, als der damalige US-Präsident Barack Obama im HCC die Hannover Messe eröffnete. Das Zooviertel wurde kurzerhand zur Sicherheitszone erklärt, die Anwohner nur mit gültigem Ausweisdokument betreten durften. Ob sie dafür wenigstens einen kurzen Blick auf den mächtigen Gast erhaschen konnten? Nix da. An den Fenstern stehen und winken war verboten.Das HCC ist regelmäßig Veranstaltungsort für Konzerte und kleinere Messen (z.B. Veggie- oder Wein-Messe). Direkt daneben befindet sich der Stadtpark. Dort fand 1951 die erste Bundesgartenschau statt. Heute dient er zum Spazieren, Picknicken und Entspannen.
Hannovers exklusivste Wohnlage vereint Kultur, Unterhaltung und Natur. Mit der Stadtbahnlinie 11 (Endpunkt Zoo) ist man in wenigen Minuten in der Innenstadt. Auf der Hindenburgstraße befinden sich mehrere Stopps der Buslinien 128 und 134, die über den Emmichplatz ebenfalls in die City fahren. Aber mal ehrlich, wer will schon aus dem Zooviertel weg?