Döhren

Der Stadtteil Döhren liegt im Süden Hannovers und bildet zusammen mit Seelhorst, Mittelfeld, Wülfel, Waldheim und Waldhausen den 8. Stadtbezirk Döhren-Wülfel. Seit 1907 gehört Döhren zu Hannover.

Die rund 13.950 Döhrener schätzen die Nähe zum Maschsee und zu den Ricklinger Kiesteichen, die beide zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Stadt zählen. Mit den Stadtbahnen der Linien 1, 2 und 8 gelangt man in wenigen Minuten in die City. Die Stadtbahnhaltestelle „Döhrener Turm“ und der Turm selbst befinden sich nicht, wie man annehmen könnte, in Döhren, sondern in der angrenzenden Südstadt.

Schauen wir uns ein paar Zahlen zum Stadtteil an: Über 40 Prozent der Einwohner sind zwischen 30 und 60 Jahren alt. Sie verdienen zwischen 1.500 und 3.600 Euro monatlich.

Wer ein Wohnobjekt im schönen Döhren erwerben möchte, muss mittlerweile etwas tiefer in die Tasche greifen. 2007 kostete der Quadratmeter 1.315 Euro. 2018 lag er bei 2.779 Euro. Ein sattes Plus von 111 Prozent. Da macht sich die Beliebtheit des Stadtteils bemerkbar. 1.000 Kaufinteressenten stehen im Schnitt 13 verfügbaren Objekten gegenüber.

Optisch macht Döhren übrigens auch ganz schön was her. Gründerzeitgebäude, Grünflächen, hübsche Cafés und eine beachtliche Auswahl an tollen Restaurants prägen das Bild. „Der in den vergangenen Jahren neu gestaltete Fiedelerplatz ist das Herzstück des Stadtteils“, erklärt Immobilienmakler Sebastian Fesser. Seit 1926 findet hier der Döhrener Wochenmarkt statt. Der Fiedelerplatz erhielt seinen Namen nach dem Rittergutbesitzer Fiedeler, der nach der Eingemeindung Döhrens nach Hannover die Neugestaltung des Stadtteils maßgeblich vorantrieb.

Nur ein paar Schritte entfernt, nämlich in der Fiedelerstraße 13, befindet sich ein echter Geheimtipp für Naschkatzen. Das Café Yunana sieht mit seiner Einrichtung im Landhausstil zuckersüß aus und lässt den Besuchern schon beim Anblick des präsentierten Backwerks das Wasser im Mund zusammenlaufen. Inhaberin So-Hee Kwon backt alle Torten und Kuchen täglich selbst. Die Wahl fällt schwer, doch falsch liegen kann man eigentlich gar nicht.

Dank der Backerei Laibspeise in der Borgentrickstraße 14 sind die Döhrener immer mit frischem Brot und Brötchen versorgt. Gebacken wird hier in der eigenen Backstube im rund 80 Jahre alten Ofen. Überproduktion wollen die Inhaber vermeiden, deshalb gilt das einfache Prinzip: Was weg ist, ist weg. Und das kann durchaus schnell gehen.

In der Borgentrickstraße gab es übrigens bis in die 1960er Jahre Hannovers größtes Kino, den Europapalast. Das zweite, sehr kleine Kino, war die Schauburg. Hier begannen die Vorführungen immer 15 Minuten später als im Europapalast, weil die Filmrollen mit der Wochenschau schnell mit dem Fahrrad ins andere Kino gebracht werden mussten.

Und Döhren hat noch mehr Geschichtliches zu bieten. „Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts befand sich hier die zweitgrößte Fabrikstätte zur Wollreinigung“, so Makler Fesser, „in den 1980er Jahren wurde auf dem Gelände, einer Leineinsel, eine Neubausiedlung errichtet.“ Die Wohnungen in dieser Lage sind heiß begehrt.

In der Siedlung „Döhrener Jammer“ (Werrastraße) wurden früher die Arbeiter der „Döhrener Wollwäscherei und -kämmerei“ untergebracht. Nachdem die Siedlung zunächst abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollte, die Bürger aber lautstark dagegen protestierten, erfolgte 1981 die Veräußerung der Gebäude an Privatinteressenten. Wer nicht das Glück hat, eins der schnuckeligen Häuschen erwerben zu können, sollte zumindest mal einen kleinen Spaziergang durch die Straße unternehmen.

Zwischen Werrastraße und Leineinsel befindet sich die Glockseeschule, eine alternativpädagogische Gesamtschule für Schüler der Klassen 1 bis 10. Jüngere Kinder können zudem die Grundschule Suthwiesenstraße besuchen. Die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule sowie das Hannover-Kolleg liegen auf der anderen Seite der Hildesheimer Straße, die als Hauptverkehrsader durch den Stadtteil verläuft.

Insgesamt bewertet Immobilienmakler Sebastian Fesser Döhren als gefragten Stadtteil, der mit hervorragender Verkehrsanbindung und einem lebenswerten Wohnumfeld punktet. „Das macht Döhren sowohl für jüngere Menschen als auch für Senioren höchst interessant“, führt Fesser aus.

Text: Janina Scheer (www.maschseemaedchen.de) für fesser:immobilien

 

Gründerzeithaus am Fiedeler Platz (Foto von ChristianSchd)

Wohnhäuser am Döhrener Jammer (Foto von A. Hindemith)